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Star Trek Online

Barde

Von Shalenak
Mo 30 Apr 2018 09:00:00 PDT

 

Als der Trinkspruch erklang, erhob sich nicht jeder Becher im Raum. So wie sie dies nach jeder Vorstellung tat, nahm Juvat sowohl die Anerkennung als auch die Verachtung genüsslich auf, während sie ihren Blutwein austrank und ihren Becher für eine zweite Runde in das Fass eintauchte. Klingonische Krieger versuchten mit dem Bat'leth Ruhm zu erringen, aber ein Barde verfügte über eine viel mächtigere Waffe: Das Publikum.

Juvat zählte zu den jüngsten und ungestümsten Barden von Qo'noS, wodurch sie sich einen berüchtigten Ruf erarbeitet hatte. Anstatt in den Straßen der Ersten Stadt zu Konvertiten zu predigen, ging sie lieber in Tavernen und Trinkhallen, wo das Publikum nicht so wohlgesonnen, ja manchmal sogar offen feindselig war. Sie sah ihre Rolle darin, die Meinung der Leute zu ändern, die Wahrheit zu verbreiten und in einer guten Nacht vielleicht auch die eine oder andere Rauferei anzuzetteln. Sie wusste, dass es eine gute Vorstellung wäre, wenn das Blut so reichlich wie der Blutwein floss.

Sie wusste, dass ihr Volk diesen Adrenalinschub und Gewaltausbruch benötigte. Die Rückkehr der Hur'q hatte die klingonische Kultur auf eine Art erschüttert, wie es keine andere Bedrohung seit Jahrhunderten vermocht hatte – weder Föderation, noch die Iconianer, noch das Dominion. Generationen von Klingonen hatten plötzlich die Bestätigung, dass die Monster ihrer Kindheit tatsächlich real waren. Viele hofften nun von den Barden, dass sie die Hur'q wieder vorsichtig in das sichere Reich der Mythen einbetten würden.

Das war nicht, was Juvat beabsichtigte. Die Lehre von Kahless, die Worte des zurückgekehrten Helden von Qo'noS, besagte, dass ihr Volk stark und wild sein musste, bereit, die Feinde aus der Vorzeit zu vernichten. Ihre Worte sprachen den Stolz der Klingonen und den Mut und die Kraft von Kahless an, und machten diese zu einem Werkzeug, das jeden Zuhörer in einen grimmigen Verteidiger des klingonischen Blutes machen würde. Größtenteils funktionierte das, aber es gab auch immer Herausforderungen, die ihre Überzeugungen infrage stellten.

Gut, dachte Juvat und wandte sich einem Tisch voller Skeptiker zu, die von ihrer Vorstellung offensichtlich nicht beeindruckt waren. Einen Moment lang starrte sie sie an. Dann stürzte sie ihren Blutwein hinunter und stampfte zu ihrem Tisch, während sie ihren Becher wie eine Waffe an ihrer Seite hielt.

„Hat Ihnen die Vorstellung nicht gefallen?“, fragte sie, als sie den Becher auf den Tisch knallte und sich bedrohlich über die Anwesenden beugte. Der Reihe nach machte Sie Augenkontakt mit den Männern am Tisch, und jeder senkte daraufhin den Blick. Alle bis auf einen. Sie grinste. „Welche Art von Wissenschaft haben Sie studiert? Denn Sie sind sicher keine Krieger.“

Der Mann, der seine Augen nicht abgewendet hatte, lehnte sich vor. „Geben Sie sich keine Mühe, Sie Lügen-Barde“, knurrte er. „Wenn wir an einen Ort wie diesen kommen, sind wir nicht überrascht, auf yIntagh wie Sie zu treffen, die Lügen verbreiten und nach Aufmerksamkeit gieren.“

Juvat stand erhobenen Hauptes auf und zog eine Augenbraue hoch. „Ich bin Juvat, Tochter des Kurn, aus dem Haus des Mogh. Ihre Freunde sollen wissen, wer Sie töten wird.“

Der Mann fauchte. „Halten Sie mich aus Ihren Machtfantasien heraus, petaQ. Es ist schon schlimm genug, dass diese Narren Ihrer Fantasterei Glauben schenken.“ Er stand auf, eine unerwartete Bewegung, die Juvat unvorbereitet traf. Die anderen Personen am Tisch wechselten untereinander Blicke aus und blieben dann sitzen. Dies war nicht das erste Mal, dass dies geschah.

„Freunde!“, sagte der Mann mit ausgebreiteten Armen. „Ich bin Kalol, Sohn des Mekt. Als Historiker und Astrobiologe habe ich diese sogenannte ‚Wiedergeburt des Kahless‘ studiert. Und ich muss euch sagen, wer den Worten dieser Hexe Glauben schenkt, ist so töricht wie ein betrunkener Targ.

Juvat knurrte und trat einen Schritt auf Kalol zu. „Sie spucken der Geschichte ins Angesicht, Wissenschaftler.“ Ihr Blick schweifte über die Anwesenden, wie ein Anwalt im Gericht das Publikum mustern würde. „Ich nehme an, sie werden von Kahless’ Rückkehr sprechen und ihn beschuldigen, nicht das zu sein, was er zu sein scheint?“

Kalol fasste sich ans Kinn und schmunzelte. „Es sollte doch allgemein bekannt sein, dass der zurückgekehrte Kahless nicht mehr als ein Klon ist, mit dem die Massen mit Hilfe der Mythologie dazu aufgestachelt werden sollen, Gewalt auszuüben und unabhängige Ideen zu unterdrücken. Und jetzt sprechen Sie von den Hur'q, genau jenen Feinden, die der ursprüngliche Kahless bezwungen haben soll. Die sind jetzt also ebenfalls wieder aufgetaucht?“

Der Gelehrte trat einen Schritt auf sie zu und brachte sein Gesicht dicht vor das von Juvat, eine klassische Konfliktanbahnung unter älteren Generationen der Klingonen. „Sind Ihnen die Geschichten ausgegangen, Lügen-Barde, dass Sie jetzt die alten Nummern als neu verkaufen müssen?“

Der Menge stocke kurz der Atem, bevor lautes Gelächter ausbrach. Juvat ballte die Fäuste und bewegte eine Hand zu ihrem d'k tagh. Eine schnelle Bewegung, und dieser Streit wäre beigelegt. Er war kein Krieger. Es würde einfach sein. Aber Juvat war Barde. Sie hatte viel bessere Methoden, ihn zu vernichten.

„Es stimmt. Es heißt, der wiederauferstandene Kahless sei ein Klon“, sagte Juvat. „Das könnte gut sein. Aber überlegen Sie doch einmal, dass der größte Krieger unserer Geschichte an Bord von Raumschiffen in die Schlacht zieht, die Warpantrieb und Deflektorschilde haben, bewaffnet mit Torpedos und Disruptorwaffen. Die Anwesenheit der Wissenschaft schmälert den Ruhm der Schlacht nicht.“

Kalol zog eine Augenbraue hoch, während die versammelte Menge erneut verstummte. Juvat fuhr fort.

„Ist ein Klon denn etwas anderes als eine Wiedergeburt, die durch Wissenschaft ermöglicht wurde? War es nicht – in allen Belangen, die zählen – Kahless, der aus Ihrem angeblichen Klon-Labor empor trat? Seine Gene wären Kahless, sein Körper wäre Kahless ... sein Mut, ebenfalls Kahless.“

Kalol verschränkte die Arme. Gut, dachte Juvat. Jetzt habe ich ihn in der Defensive.

„Wer hat Kahless denn dann geklont?“, fragte Kalol.  „Und zu welchem Zweck? Wenn Kahless nicht aus dem gemeinsamen Glauben seines Volkes entstammt“, spottete er, „was wäre denn dann der Sinn, ihn erneut zu erschaffen?“

Es herrschte ein Moment des Schweigens, den Kalol nutzte, um zum Angriff überzugehen. „Sie und alle anderen, die das Wort von diesem geklonten Hochstapler verbreiten, und diese Kindermärchen von der Rückkehr der Hur'q, Sie sind doch nur die Marionetten derer, die wollen, dass wir weiterhin kämpfen, dass wir weiterhin unser Blut vergießen für ihre Interessen. Sie sprechen von der Geschichte mit den Worten des Glaubens. Unsere Geschichte kennt genug ruhmreiche Momente. Es ist nicht nötig, noch mehr Geschichten zu erfinden, um unseren Ruhm zu mehren.“ 

Juvat blickte um sich. Ihr wurde klar, dass das Publikum nicht mehr auf ihrer Seite war. Sie schwieg einen Moment lang und fauchte dann: „Sie halten Kahless, den Retter unseres Volkes, also für einen Mythos?“

Der Raum verstummte. Kalol nahm einen tiefen Atemzug, sagte aber nichts.

„Wenn das so ist, dann haben Sie keinen Glauben an die klingonische Kultur. Dann halten Sie unsere Geschichte für eine Lüge, und unsere Ahnen für Narren. Dass Milliarden von uns die Reise nach Sto'Vo'Kor antraten, weil sie an ein Kindermärchen glaubten. Sie spucken auf alles was wir sind, und auf alles, was wir erreicht haben. Der handfeste Beweis, dass eine der großartigsten Zivilisationen der Galaxie zwischen diesen sogenannten ‚Mythen‘ entstand.“

Laute Flüche und Beschimpfungen erfüllten den Raum, alle an Kalol gerichtet. Der Wissenschaftler blickte um sich, sah aber in den zornigen Augen der Leute keinerlei Unterstützung mehr. Er nickte in Richtung seines Tisches, aber die Männer, die mit ihm gekommen waren, schienen Augenkontakt mit ihm unbedingt vermeiden zu wollen. Mit einem Fauchen starrte er Juvat an, stampfte dann aber direkt zum Ausgang. Mit einem Knallen schloss sich die Türe hinter ihm. Juvat hatte nun die Kontrolle über den Raum.

Sie ging zurück zur Bar, um ihren Becher neu aufzufüllen, nur um vier weitere Becher Blutwein hingestellt zu bekommen, als sie sich hinsetzte. Sie lächelte und stürzte die angebotenen Drinks herunter, um ihren Sieg zu genießen. Kämpfer zogen mit Bat'leths in die Schlacht und Wissenschaftler mit Fakten, aber die mächtigste aller Waffen hatten doch tatsächlich die Barden.

 

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