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Star Trek Online

Vergangenheit und Zukunft

Von Nevandon
Mo 23 Apr 2018 09:00:00 PDT

Kira Nerys, Kai des bajoranischen Volkes, rieb sich die Schläfen. Sie spürte eine aufziehende Migräne. Bisher war der Schmerz nur ein Grollen im Hintergrund. Es erinnerte sie an den Klang der cardassianischen Shuttles, wie sie in niedriger Höhe über die Dahkur-Hügel rasten, auf der Jagd nach ihr und ihren Freunden. Bis zum Abend würde der Schmerz in ihrem Kopf explosive Ausmaße angenommen haben. Es war immer das Gleiche, wenn sie einer Versammlung von Politikern vorstehen musste.

Tee, entschied sie sich plötzlich. Tee würde helfen. Ihre Schritte führten sie aus dem Konferenzsaal heraus in die Korridore von Terok Nor. Sie würde sich eine Kanne Tee machen und in ihrem privaten Quartier im Tempel sitzen und meditieren, bis das Grollen abgeklungen war. Vielleicht könnte sie es dieses Mal vermeiden.

Der letzte Angriff auf Bajor hatte alle aufgerüttelt. Selbst jetzt, Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit, fühlte sich die bajoranische Regierung für sie immer noch zerbrechlich an. Die Versammlung war schnell aus dem Ruder gelaufen, es hatten sich unterschiedliche Fraktionen gebildet und nun herrschte Geschrei. Ave Yett, der junge Senator aus der Provinz Lonar, drängte den Rat, sich um Friedensverhandlungen mit den Tzenkethi zu bemühen. „Wir waren seit Generationen friedliche Nachbarn“, sagte er. „Es muss eine Erklärung dafür geben!“

Kira spottete über diese Erinnerung, während sie beiläufig Rom zuwinkte, der einen der Dabo-Tische in Quark's Bar reparierte. Die alte Kira Nerys hätte diese Idee verbissen bekämpft. Frieden schließen mit einem Feind, der zuerst angegriffen hatte ... es fühlte sich an wie eine Schwäche. Aber diese Person war sie nicht mehr. Sie musste tief durchatmen und darüber nachdenken, welche Art von Kai ihr Volk brauchen würde ... Moment.

Rom war jetzt seit Jahrzehnten nicht mehr auf Terok Nor gewesen. Der Rat tagte nie auf dieser Raumstation, es sei denn, ausländische Würdenträger waren beteiligt. Und ... warum bezeichnete sie die Station als Terok Nor?

Langsam drehte sie sich um. Ihr fiel auf, dass sie nicht die Robe des Kais trug. Sie blickte an sich herab und sah die gut sitzende bajoranische Uniform, die sie vor langer Zeit abgelegt hatte. Die Station war auf cardassianische Art eingerichtet, Terok Nor war neu geboren. Sie sah wieder so aus wie vor der Übernahme durch die Föderation, von Kämpfen verwüstet.

Draußen blitzte es und der Himmelstempel öffnete sich weit. Kira blickte auf zu dem Licht, das ihrem Volk Vertrauen gab, in der Hoffnung, eine Antwort zu erhalten. Stattdessen spuckte das Wurmloch tausende der summenden Insektoiden-Schiffe aus, die ihre Heimat verwüstet hatten. In ihren Gedanken hörte sie, wie Martok wieder und wieder über Funk rief. „Die Hur'q!“, brüllte er mit immer lauter werdender Stimme.

Kira eilte zu einem Lift. Sie musste die Kommandozentrale erreichen. Sie führte das Kommando, sie musste die Station verteidigen!

Als sie die Türe erreichte, ertönte ein schreckliches Grollen. Der Schatten einer außerirdischen Monstrosität fiel auf sie. Sie drehte sich um und erblickte eine Kreatur, die sie nicht einmal annähernd beschreiben konnte, und die mit ihren Klauen nach ihrem Gesicht ausholte.

Dies war Kira Nerys. Kira Nerys schrie nicht.

***

Ein sanftes Piepen hallte durch ihr Quartier. Kira richtete sich in ihrem Bett auf und atmete schwer. Sie benötigte einen kurzen Moment, um wieder zu Fassung zu kommen. Sie war im Tempel auf Hathon. Terok Nor war eine lang verblasste Erinnerung. Die Kreatur, was auch immer sie war, war nicht real. Ein tiefer Atemzug, dann noch einer.

Es war eine weitere Vision gewesen. Sie kamen nun häufiger und wurden stärker, seit dem ersten Angriff durch die Tzenkethi und die Hur'q. Ein tiefer Atemzug. Sie musste dies aushalten können. Im Namen ihres Volkes würde sie dies aushalten und herausfinden, was diese Visionen bedeuten. Die Propheten sprachen zu ihr, das musste es sein.

Vielleicht ... vielleicht sprach sogar Benjamin zu ihr.

Der Kommunikator piepste erneut. Kira schlug auf den Knopf und sagte fast knurrend: „Bericht.“

Es gab eine lange, unbehagliche Pause. „Bitte entschuldigen Sie, Eminenz. Komme ich ungelegen? Sie hatten darum gebeten, dass ich Sie sofort kontaktiere, wenn wir eine Antwort haben.“

Ein weiterer tiefer Atemzug. „Nein, nein, es ist überhaupt kein Problem, Doktor Likra“, sagte Kira. Likra war einer der klügsten Köpfe, die Bajor seit Generationen hervorgebracht hatte, und außerdem eine der wenigen Personen, mit denen sie derzeit sprechen musste, von der sie gerne hörte. Sie vertraute ihm. Auf vielfältige Weise erinnerte sie Likra an Julian. „Bitte sagen Sie mir, was Sie gefunden haben.“

„Unsere ersten Berichte waren korrekt, Eminenz.“ Likra fuhr fort. „Zum Zeitpunkt des ersten Angriffs der Tzenkethi gab es keinerlei Germanium auf Bajor. Trotz der vermeintlichen Gründe für diese versuchte ... Säuberung unserer Welt, können wir nirgends auf dem Planeten Hinweise auf Hur'q-Eier oder vergrabene Schiffe finden.“

„Vielen Dank, Doktor“, antwortete Kira. „Bitte schicken Sie mir den Bericht an meinen privaten Kanal.“

„Ich werde auch eine Kopie an den Wissenschaftsrat schicken, damit wir das eingehender untersuchen können.“

„Warten Sie noch damit“, sagte Kira. Alle dem Wissenschaftsrat vorgelegten Dokumente kamen automatisch ins öffentlich einsehbare Staatsarchiv. „Das sollte vorerst unter uns bleiben.“

Wieder unbehagliches Schweigen. „Wie Sie wünschen, Eminenz.“

„Gehen Sie mit den Propheten, Dr. Likra.“ Kira beendete das Gespräch.

Kira lehnte sich zurück und seufzte. Es gab viele im Rat, die dafür waren, dass Bajor die Föderation zu einer stärkeren Reaktion zwingen sollte. Zu einer Vergeltungsaktion. Wenn bekannt würde, dass die Tzenkethi scheinbar grundlos angegriffen hatten, würden diese Rufe nur noch stärker.

Sie erhob sich aus ihrem Bett und ging zu dem kleinen Waschbecken in der Ecke des Raums. Es gab nur kaltes Wasser, aber sie zuckte nicht einmal zusammen, als sie ihr Gesicht wusch. Das Leben als Kai ähnelte dem Leben als Freiheitskämpfer. Es gab keinerlei Komfort.

Nun, das war nicht immer so gewesen. Kai Winn hatte jeden erdenklichen Komfort eingefordert. Kira war fest entschlossen, nicht so zu sein wie Kai Winn. Sie würde es richtig machen. Sie war seit mehr als einem Jahrzehnt Kai, aber noch immer hatte sie das Gefühl, dass sie hauptsächlich damit beschäftigt war, den von einigen ihrer Vorgänger angerichteten Schaden zu beheben.

In dem alten Spiegel wirkte ihr Gesicht jetzt anders. Älter, natürlich, und mit neuen Lach- und Sorgenfalten. Aber noch mehr sah sie eine Frau, die anders war als jene Kira, die damals zum Kai geworden war. Diese Kira Nerys hatte zuvor das Kommando über die Deep Space Nine geführt. Diese Kira war eine Frau des Handelns. Sie hätte Rache gegen die Tzenkethi gefordert.

Aber sie musste jetzt anders sein. Sie musste es versuchen. Für Opaka. Für Bareil. Für Benjamin, wo auch immer er jetzt sein möge. Und vor allem für Bajor.

Kira Nerys würde die Art von Kai sein, auf die ihr Volk stolz sein konnte. Denn es gab niemand anderen, dem sie diese Aufgabe zutraute.

 

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