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Star Trek Online

Die fehlende Verbindung

Von Nevandon
Di 15 Mai 2018 09:00:00 PDT

Trotz seines brennenden Verlangens, der Großen Verbindung nach fünf Jahren im Tiefenraum wieder beizutreten, wartete Nuno, bis das letzte Mitglied seiner Crew das Schiff verlassen hatte. Er sah den Jem'Hadar nach, wie sie in die Basis verschwanden, gefolgt vom Vorta Adiss, seinem ersten Offizier. Dann verließ auch er das Schiff. Mit seiner leicht schuppigen Hand strich er über die Hülle, als sich die Luke hinter ihm schloss.

Er hatte die Verbindung vor fünf Jahren für eine Mission verlassen, die durchaus kontrovers war. Er hatte vorgeschlagen, mit einem kleinen Trupp aus Vorta und Jem'Hadar auf eine Erkundungsmission tief in den Gamma-Quadranten aufzubrechen. Der Vorschlag, ein Erkundungsschiff loszuschicken und die Tatsache, dass Nuno – ein Formwandler – mitfliegen wollte, versetzte die Verbindung in Aufruhr. Er hatte sie überzeugt, dass sein Team wertvolle Ressourcen, neue Spezies für das Dominion und vielleicht sogar einen Planeten für eine neue Verbindung finden könnte.

Ein Vorta konnte Jem'Hadar in vielerlei Hinsicht führen. Aber eine Erkundungsreise, bei der man das Unbekannte aufspürte und studierte ... die erforderte eine Vision. Ein Diener konnte solch eine Mission nicht leiten. Dies erforderte einen starken Willen, wie ihn nur ein Gründer haben würde. Seine Leidenschaft hatte die Verbindung so stark durchdrungen, dass es keine Einwände mehr gab, als er die Verbindung verließ und seine Crew auswählte.

Als er seine Reise begann, hatte sein Schiff keinen Namen, aber Adiss hatte Palanquin vorgeschlagen, da dies einen Gott beinhaltete. Nuno fand dies angemessen und erlaubte es seinem Ersten Offizier. Kurz darauf nahm auch er einen Namen  für sich an. Zwar war es für Vorta und Jem'Hadar normal, ihn als „Gründer“ anzusprechen, wenn sie sich direkt an ihn wenden mussten, jedoch konnte man dies von anderen Spezies eher nicht erwarten. Daten aus anderen Quadranten deuteten darauf hin, dass es mit einem persönlichen Namen einfacher wäre, Diplomatie mit geringeren Wesen zu betreiben. Wenn sein Name irgendeine Bedeutung hatte, dann kannte er sie nicht. Er hatte einfach nur einen angenehmen Klang.

Die Jem'Hadar, die von einem äußerst fähigen Ersten namens Irit'Ikan angeführt wurden, waren abgehärtet und gut für Langstreckenreisen geeignet. Sie benötigen für Spitzenleistungen auch weniger Ketracel-White, was diese noch nie dagewesene Mission im Tiefenraum viel effizienter machte.

Nuno und seine Crew hatten auf dieser Mission vieles erlebt und überlebt, was sich daran zeigte, dass er mit weniger Jem'Hadar zurückkehrte, als er gestartet war. Sie waren von seltsamen gasförmigen Kreaturen geentert worden. Sie hatten heftige Strahlungsstürme überstanden. Eine Weile waren sie auf einem toten Planeten gestrandet gewesen, fernab von dessen Zentralstern. Als die Vorräte zur Neige gingen, hatte Irit'Ikan seine Rationen Ketracel-White anderen überlassen. Nuno half ihm durch den heftigen und in der Regel tödlichen Entzug, bis Adiss (zu diesem Zeitpunkt eigentlich Adiss 5) einen passenden Ersatz entdeckt hatte. Nuno hatte sich die Namen eines jeden Jem'Hadar-Soldaten seiner Crew eingeprägt und Adiss’ Tapferkeit und latente Führungsqualitäten zu schätzen gelernt. Gemeinsam hatten sie eine Menge durchgestanden, und nun erwartete sie eine wohlverdiente Pause.

Als Nuno den Hangar verließ, näherte sich ihm ein unterwürfig wirkender Vorta. Mit Bewunderung in den Augen blickte er Nuno an und verbeugte sich leicht. Er erwies Nuno die Hochachtung, die er verdiente, aber als Botschafter der Formwandlerin, die man einfach nur die Gründerin nannte, gebührte diesem Bediensteten ebenfalls ein wenig Respekt.

„Es ist mir eine Ehre, Sie zu empfangen, Gründer“, sagte der Vorta. „Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Reise, und dass sie viele fantastische Geschichten mitgebracht haben, die Sie an Ihr Volk weitergeben können.“

„Angenehm? Hin und wieder. Fantastische Geschichten?“ Nuno lächelte, ein Gesichtsausdruck, den er trotz der schwierigen Umstände auf seiner Reise perfektioniert hatte. „Ja, eine Menge. Meine Crew beginnt nun ihre wohlverdiente Pause, aber sie werden ihre eigenen Berichte schon bald einreichen. Ich wünsche der Verbindung beizutreten, wenn ansonsten nichts mehr ist.“

„Ah, ja. Nun …“, stammelte er. Er wirkte verlegen. „Ja, natürlich, die Verbindung erwartet Sie. Aber Ihre Crew …“ Seine Stimme schien zu einem Winseln zu schrumpfen. „Die Crew muss sofort abfliegen. Sie werden an der Front gebraucht.“

Nuno war noch nie gut darin gewesen, seine Emotionen zu verbergen. Er hatte (durch Beobachtungen von Adiss) gelernt, dass er unbewusst ein wenig größer wurde, wenn er wütend war. Sein Fleisch wurde härter, fast lederartig. Der junge Vorta vor ihm hatte diese Reaktion noch nie erlebt und schien verängstigt, als sich Nuno vor ihm auftürmte. Der Formwandler neigte den Kopf zur Seite. Seine Stimme klang nun wie ein Grollen.

„Wir waren fünf Jahre lang weg. Wir haben uns Schrecken gestellt, die selbst die Gründerin nicht kennt, und wir haben mehr als die Hälfte der Crew an Hunger und Konflikte verloren. Welche Schlacht ist so wichtig, dass sich meine Crew nicht einmal einen Moment lang ausruhen kann?“

Der Vorta schien im Boden versinken zu wollen. „Das weiß ich nicht. Verzeihung. Ich übermittele nur die Worte der Gründerin.“

Nuno stampfte wortlos davon. Er trat an ein Terminal heran und durchsuchte den aktuellen Verlauf, die Flottenberichte und Personalzuweisungen. Er sah Berichte über Schlachten gegen einen Feind namens Hur'q, aber laut den Berichten verliefen diese Schlachten gut. Die allgemeine Weisheit besagte, dass das Dominion schon bald den Sieg erringen würde. Nuno sah nichts, was so gravierend wäre, dass man seine Crew ausgelaugter Entdecker direkt wieder an die Front schicken müsste.

Er grub ein wenig tiefer. Personalpläne. Rekursionsstatistiken der Vorta. Waffen-Inventare. Einsatzanforderungen. Anfragen des Raumdocks. Reparaturaufzeichungen. Der größte Teil schien konsistent. Es sah nach einem Krieg aus.

Eine Sache erregte seine Aufmerksamkeit. Die Anzahl der Schiffe, die die Sternenbasen nahe der Front verließen, war viel größer als die Zahl der Schiffe, die nach einer Schlacht eine Andock-Erlaubnis anfragten. Entweder blieben diese Schiffe länger aktiv, als sie sollten ... oder sie kehrten einfach gar nicht mehr zurück. Der Unterschied dieser Zahlen war ... enorm. Auf fünf abfliegende Schiffe kamen vielleicht drei Rückkehrer. Die Dinge liefen wohl nicht so gut. Die allgemeine Weisheit war eine Lüge.

Nuno berührte seine Schläfe und fühlte, wie sich Schuppen von seiner Haut lösten. Er würde sich bald regenerieren müssen. Er drehte sich um und verließ die Basis in Richtung der Großen Verbindung. Wussten die anderen von dieser geheimen Verzweiflung, die sich im Dominion ausbreitete? Wie konnten sie es nicht wissen? Wenn sie es nicht wussten, müsste er es ihnen sagen. Es stand zu viel auf dem Spiel, um die Zukunft auf Lügen und falschen Versicherungen aufzubauen.

Nach einem langen Fußmarsch voller besorgniserregender Fragen und schwieriger Gedanken erschien schließlich die Große Verbindung vor ihm am Horizont. Er fühlte, wie sein Fleisch zu ihr hingezogen wurde, sehnsüchtig die seit fünf Jahren ausstehende Wiedervereinigung erwartend. Sein Geist war in dieser erzwungenen individuellen Form schrecklich einsam, seine Zeit unter Individuen hatte sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Er sehnte sich danach, die Dinge, die er gelernt und erlebt hatte, weiterzugeben ... und auch, was ihm nun aufgrund seiner Nachforschungen Sorgen bereitete.

Er hatte nun einen Tunnelblick. Die Große Verbindung war alles. Er spürte kaum die weiche Hand auf seiner Schulter, als er auf den goldenen Rand der Verbindung zuging.

„Willkommen Zuhause, Nuno. Wir haben Sie sehr vermisst“, sagte die Gründerin mit honigsüßer Stimme.

Er drehte sich um und blickte in ihr dünnlippiges Lächeln direkt vor ihm. Neben ihr stand ein weiter Formwandler namens Odo, der selbst lange getrennt gewesen war. Nuno wurde klar, dass seine Ankunft ein Gespräch unterbrochen hatte, und Odo schien darüber nicht erfreut zu sein.

Die Gründerin legte die Hände auf seine Schultern. „Die Verbindung erwartet Sie, Entdecker. Ich kann es kaum erwarten zu hören, was Sie alles gesehen haben.“

Die Blicke von Nuno und der Gründerin trafen sich. „Ich habe vieles gesehen ... unter anderem Dinge, die anscheinend Lügen über den Stand der Dinge in unserem Konflikt mit den Hur'q sind. Ich weiß, dass ich vieles verpasst habe, und ich hoffe, man bringt mich auf den neuesten Stand, wenn ich wieder Teil der Verbindung bin.

Die Gründerin presste ihre Lippen zusammen, der Blick in ihren Augen passte nicht zu ihrem Lächeln. „Die Verbindung weiß, was die Verbindung wissen muss“, sagte sie fast fauchend. „Man muss sie nicht mit den Details des Krieges beunruhigen.“

„Die Verbindung weiß es also nicht? Man hält unser Volk unwissend? Wann hat dies begonnen?“

Das Lächeln der Gründerin verschwand. „Harte Zeiten erfordern Diskretion. Sie sollten das besser als die meisten anderen wissen. Wollen Sie Panik in der Verbindung auslösen? Wollen Sie, dass wir uns in unterschiedliche Fraktionen aufteilen, die uneins sind darüber, wie dieser Krieg geführt werden sollte?“ Sie hielt inne und lächelte dann wieder. „Wir haben das unter Kontrolle. Wir sind ja schließlich Gründer.“

Nuno blickte zu Odo herüber, dessen griesgrämiger Gesichtsausdruck sich nicht verändert hatte. „Ich verstehe. Ich werde mein Bestes tun, dies der Verbindung vorzuenthalten. Aber es könnte eine Zeit kommen, wenn ...“

Die Gründerin unterbrach ihn. „Wenn die Zeit gekommen ist, werden wir die richtige Entscheidung treffen. So wie wir das immer machen.“ Sie klopfte ihm auf die Schulter und wandte sich dann um, um zu gehen.

Nuno nickte. Er war der Großen Verbindung einen sehnsüchtigen Blick zu, bevor er sich zum Gehen umwandte. Er würde sich ein Gefäß suchen, um dort zu regenerieren, so wie er es in den fünf schweren Jahren im Weltraum getan hatte. Er wusste, dass sich diese heikle Information sofort wie ein Lauffeuer verbreiten würde, wenn er der Verbindung beiträte.

Als er gehen wollte, spürte er eine weitere Hand auf seiner Schulter. Er wandte sich dem wettergegerbten Gesicht von Odo zu, der lange genug innehielt, um zu sagen: „Ich möchte alles wissen, was Sie über den Krieg gegen die Hur'q gelernt haben. Und wenn Sie noch mehr darüber in Erfahrung bringen, kommen Sie zu mir. Ich glaube Ihnen.“

Als Odo wegging, um der Gründerin zu folgen, machte sich Nuno auf die Suche nach einem Platz, um sich einen Moment lang zu regenerieren, bevor er wieder abfliegen würde. Er würde seine Crew an die Front schicken, um dort den Tod zu finden. Aber nachdem er fünf Jahre mit ihnen verbracht hatte, würde er sie nicht alleine sterben lassen.

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